Die Heilig-Geist-Kirche

An die Heilig-Geist-Kirche schloss sich früher das Spital an. Es wurde im Jahre 1271 von Meinhard II. als Armenhaus gegründet, aus hygienisch-sanitären Gründen außerhalb der Stadt. Sowohl die Kirche als auch das Spital fielen unter die Gerichtsbarkeit der Diözese Trient, da die Passer die Grenze zwischen der Diözese Chur (zu welcher Meran gehörte) und jener von Trient bildete. Dies blieb so bis ins 19. Jh., als die Tiroler Gebiete der Diözese Chur zur Diözese Trient kamen.
S.Spirito
Das Heilig-Geist-Spital wurde vom Deutschen Orden betreut, der sich um die Armen, die Wanderer und Pilger kümmerte. Eine eigene Amtsperson, der Spitalmeister, verwaltete das Spital. Erhalten wurde es einerseits durch Schenkungen besser gestellter Bürger, die sich auf diese Weise ihre Altersvorsorge sicherten, zum anderen durch die Erlöse aus einer Ziegelbrennerei.
Die Heilig-Geist-Kirche ist ein wichtiges Beispiel spätgotischer Architektur. Sie wurde im 15. Jh. erbaut, nachdem das Hochwasser den vorherigen Bau aus dem Jahre 1271 weggerissen hatte. Weitere Überschwemmungen folgten über die Jahrhunderte hinweg, weil der Kummersee im Passeiertal des Öfteren ausbrach, zuletzt im Jahre 1774. An dieses Unheil erinnern Inschriften im Inneren der Kirche sowie die beiden Felsblöcke vor der Kirche.

Das Innere der Kirche

Im Inneren fällt gleich der leicht versetzte Chorraum auf. Die verschiedenen Bauphasen lassen sich nicht präzise datieren. Neubauten und Abbrucharbeiten gingen Hand in Hand. In einer ersten Phase wurde der romanische Chor durch einen gotischen ersetzt und mit dem alten romanischen Langhaus verbunden, bis auch dieses durch ein neues, größeres Langhaus ersetzt wurde.
Das jetztige Aussehen des Innenraumes geht einerseits auf die josephinischen Einrichtungsverordnungen zurück, anderseits auf die Renovierungsarbeiten am Ende des 19. Jh. Dabei wurde fast die gesamte Inneneinrichtung ausgetauscht, wobei auch die beiden Seitenaltäre mit den Gemälden von Martin Knoller entstanden sind. Der Flugaltar an der Nordwand ist wurde auf dem Antiquitätenmarkt entstanden, der Josefaltar an der Südwand wurde neu angefertigt. Die Glasfenster wiederum wurden Ende des 19 Jh. angefertigt, mit Ausnahme jenen zweien auf der westlichen Südseite, welche auf das Ende des 15. Jh. zurückgehen und aus der Hl.-Geist-Kirche stammen.