Der Kodex Brandis

Nun schon das vierte Jahr in Folge widmet sich Tangram sehr intensiv dem Kodex Brandis, eines der wichtigsten Werke über Burgen in Süd- und Nordtirols. Geplant sind eine Reihe von Treffen und Führungen, bestritten werden sie von Experten, Forschern und Historikern mit internationalem Ruf und in Zusammenarbeit mit Museen und Dokumentationszentren. Freuen Sie sich auf neue und interessante Erkenntnisse!

Edelsitze und bewehrte Residenzen in Meran

Dienstag, 6. März

Referent: Dr. Ulrike Kindl

Der Kodex Brandis zeigt auch eine Reihe von Veduten aus Meran: insgesamt sind das 13 Gebäude und eine sehr detaillierte grafische Darstellung der östlichen Teile unserer Stadt. Viele dieser Gebäudekomplexe sind heute dem Publikum nicht zugänglich, weil sie inzwischen Privatbesitz sind oder in Hotels umgewandelt wurden. Lernen Sie auf diesem faszinierenden kulturhistorischen Spaziergung einiges über deren Geschichte und künstlerische sowie architektonische Details dazu kennen. Der Vortrag hat genau dieses Ziel: besondere Schmuckstücke einer Stadt zu zeigen, die auf ihre Geschichte stolz sein kann.

Die Fresken des “Edelmannes”

Dienstag, 13. März

Referent: Dr. Verena Mumelter

Eine oder mehrere Wände in seinem Ansitz freskenverziert zu haben, das war für den reichen Mann aus früher Zeit sehr prestigeträchtig und er scheute in der Regel keine Kosten, um für deren Ausstattung auch renommierte Künstler zu engagieren. Der Vortrag behandelt unter anderem folgende Fragen: Wie wurden die Zeichnungen und die Farben angefertigt? In welchen Burgen findet man die bedeutsamsten Fresken? Wie werden sie konserviert? Geboten wird eine Gesamtschau, aber auch Erklärungen zu Helden, Figuren und Motiven, die von unseren – nennen wir sie “Edelleute” -, den Besitzern der prominenten Wohnsitze wie Schloss Rodeneck, Schloss Runkelstein und Burg Reifenstein so sehr geliebt wurden.

Die Burgen im Etschtal

Dienstag, 13. März

Referent: Dr. phil. Walter Landi

Wir betrachten das Etschtal zunächst aus der Vogelperspekte: über Bozen erreichen wir Trient, um dann das Nonstal hochzusteigen, um dann dort auf einige der schönsten Burgen Italiens zu stoßen. Zwischendurch werden wir heruntersteigen, um die aktuelle Situation mit den Zeichnungen des Kodex Brandis zu vergleichen. So gelangen wir von der Haderburg bei Salurn nach Trient mit dem mauerbewehrten Castello di Buonconsiglio und wir werden die Festung Forra della Rocchetta und die Schlösser von Cles und Sarnonico in Augenschein nehmen. Beim Vortragsabend werden erstenmal 21 der 105 Tafeln mit diesen besonderen Bauwerken und deren verborgene Schätzen gezeigt, mit Fotos als Ergänzung und Erklärungen zu deren Geschichte.

Schlösser in Gefahr: Zeit der Feuerwaffen

Dienstag, 27. März

Referent: Dr. Carlo Andrea Postinger

Die mittelalterlichen Burgen waren in militärischer Hinsicht nur für die Abwehr von Hieb- und Stichwaffen gebaut, aber als sich die Feuerwaffen begannen zu verbreiten, wurden ihre Zerbrechlichkeit und Unwzeckmäßigkeit deutlich. Die hohen Türme, die zinnengekrönten Mauern, welche bis dahin einen Schutz gewährt haben, waren nun leichtes Ziel der gegnerischen Artillerie und die Verteidiger wurden dadurch eher behindert. So begann man zunächst die vorhandenen Konstruktionen anzupassen, um dann die Baulichkeiten auf ganz anderen architektonischen Prinzipien basierend neu zu konzipieren: die alten Burgen wurden so schrittweise zu modernen Festungen.

Die Vorträge finden im Vortragsraum von TANGRAM, in der Laubengasse 204 in Meran statt.
Der Eintritt ist frei.
In italienischer Sprache.
Für Platzreservierungen bitte das Sekretariat von TANGRAM kontaktieren (Tel. 0473 210430).

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